Printmedien in der Krise?

Die Auflagen schwinden, die Einnahmen werden weniger und die Kunden der Zukunft – die Jugend liest immer weniger Zeitung. Die Zeitungen befinden sich in der größten Krise seit ihrem Bestehen.

Immer häufiger stellen sich Journalisten und Zeitungsanhänger die Frage ob die ganze Print Branche nicht vom Aussterben bedroht sei. Laut Philip Meyer, Autor des Buches „The Vanishing Newspaper“ werde 2043 die letzte Zeitung gedruckt. Das Buch kam 2004 auf den Markt, also ein paar Jahre bevor sich durch das Web 2.0 mit ihren Emporkömmlingen wie Twitter, Facebook und dergleichen, die Art der Kommunikation grundlegend änderte.

Neue Wege müssen gefunden werden

Auch schrieb Meyer das Buch Jahre bevor die Wirtschaftskrise viele ehemals stolze und traditionsbewußte Zeitungshäuser und Verlage in den Bankrott trieb. Das von Meyer prophezeite Jahr 2043 erscheint heutzutage schon zu optimistisch, unsere Medien ändern sich derzeit so rasant dass man fast schon von einem Kulturbruch sprechen kann.
Im Moment sind auch die Fachleute ratlos, einige Journalisten sind der Ansicht nur gedruckte Nachrichten können die Lösung sein, andere setzen ganz auf das vergleichsweise neue Medium Internet und veröffentlichen nur mehr dort ihre Artikel.

Der Großteil der Journalisten hat daher natürlich Angst um ihren Job. Aus den USA, die meistens ein paar Jahre voraus sind was Trends und Marktentwicklungen anbelangt, erreichen uns ständig neue Hiobsbotschaften – große, scheinbar unerschütterliche und altehrwürdige Zeitungshäuser stellen komplett auf Onlineformate um. Natürlich nicht ohne zuvor einen großen Teil ihrer Mitarbeiter entlassen zu müssen, krasse Einsparungen vorzunehmen oder ihre Auslandsredaktionen zu schließen.

Printzeitalter vorbei?

An drei Punkten kann man die Veränderung am besten aufzeigen. Erster ausschlaggebender Punkt ist die Auflage, die klassische Messlatte an der Zeitungen bemessen werden. Die großen deutschsprachigen Tageszeitungen haben im letzten Jahrzent 20 Prozent ihrer Leser verloren. Die Jahresauflage sank von 30 Millionen auf knappe 24 Millionen ab, die Auflage der „Vogue“ fiel um elf Prozent, die der „Brigitte“ um sieben Prozent. Die bundesweiten Blätter sowie der „Spiegel“ und der „Stern“ konnten ihre Auflagen noch knapp halten, bemerken jedoch auch schon einen leichten Rückgang.

Der zweite Punkt, der Anzeigenerlös der ja im Grunde die Haupteinnahmequelle der Zeitungen ist, sank ebenfalls massiv, über zwei Milliarden Euro verloren die internationen Tageszeitungen in den Jahren 2000 bis 2007.

Der dritte Punkt, das Alter der Leser, zeigt auf wie sich die Mediengewohnheiten über Generationen ändern. Im Jahre 2008 war das Durchschnittsalter der Zeitungsleser bei über 50 Jahren, lediglich vier Prozent lesen hingegen in der Altersgruppe unter 20 regelmäßig eine Tageszeitung.

Die Nachfrage nach Print Werbung hält sich hingegen sehr gut, auch in Zukunft wird wohl so schnell nicht auf gedruckte Prospekte, Flyer, Broschüren, Postwurfsendungen oder den beliebten Werbekalender verzichtet werden können.

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